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Deutschland

Cyathostominae

Rundwürmer oder Fadenwürmer

Die Nematoden (Rundwürmer, Fadenwürmer) aus der Unterfamilie der Cyathostominae zählen zu den Kleinen Strongyliden (Kleine Palisadenwürmer) und sind die heute am häufigsten beim Pferd diagnostizierten Darmparasiten.

Die Mehrheit aller im Kot von Pferden befindlichen Wurmeier und die meisten auf der Weide vorzufindenden Larven stammen von diesen Würmern. Der Lebenszyklus der Cyathostominae dauert mindestens sechs Wochen und kann bis zu zwei Jahre betragen. Die kleinen Würmer sind bis zu 2,5 cm lang, dünn und rötlich.

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  • Folgende Symptome könne auftreten:

    • Durchfall
    • Rascher und drastischer Gewichtsverlust
    • Koliken und sogar Todesfälle

  • Obwohl adulte Würmer gelegentlich im Kot der Pferde entdeckt werden können, sind spezifische diagnostische Tests erforderlich, um Art und Ausmaß des Wurmbefalls zu bestimmen. Der Eizahlreduktionstest (EZRT) ist ein nützliches Mittel zur Beurteilung der Wirksamkeit von Entwurmungsprogrammen und zur Bestimmung des parasitären Status bei neu zugekauften Pferden, sowie zur Identifizierung der von Würmern befallenen Pferde, die behandelt werden müssen.

    An dieser Stelle sei vermerkt, dass es derzeit keinen verlässlichen Test gibt, der in der Lage wäre, die enzystierten Cyathostominae, die als Larven keine Eier produzieren, nachzuweisen. Aus diesem Grund muss die Anthelminthikatherapie spezifisch auf die Bekämpfung der Larven abzielen.

  • Behandlung betroffener Pferde mit einem modernen Entwurmungsmittel, das auch die Anzahl der hypobiotischen Larven EL3 reduzieren kann.

  • Zur Prophylaxe der Cyathostominose sollte während der gesamten Weidesaison ein routinemäßiges Wurmbekämpfungsprogramm durchgeführt werden. Da jedoch in milden und feuchteren Wintern das Risiko besteht, dass die Pferde noch spät im Jahr infektiöse Wurmlarven aufnehmen, sollte die Wurmbekämpfung am besten ganzjährig erfolgen. Die Kleinen Strongyliden sind heutzutage die häufigsten und schädlichsten Parasiten, von denen Pferde betroffen sein können.

    Nach der Aufnahme der Larven beim Weiden, der Invasion der Darmschleimhaut und ihrer weiteren Entwicklung in der Darmwand des Pferdes kann es durch die spätere Massenauswanderung der Würmer und die damit verursachte Durchlöcherung der Darmwand zu einer lebensbedrohenden Erkrankung kommen. Obwohl durch den weitreichenden Einsatz moderner Wurmmittel die Großen Strongyliden wirksam reduziert werden konnten, stellen auch deren Wanderlarven nach wie vor eine potenziell tödliche Gefahr dar. Die nicht behandelten enzystierten Larven der Kleinen Palisadenwürmer wandern im Spätwinter/zeitigen Frühjahr gleichzeitig in Massen in den Darmkanal aus. Somit sollte eine Behandlung zumindest im November und im Februar erfolgen.

    Weidenmanagement:

    • Entfernen Sie die Kothaufen regelmäßig von der Weide, in der Weidesaison mindestens zweimal wöchentlich; zwischen November und März reicht die wöchentliche Entfernung.
    • Lassen Sie nicht zu viele Pferde auf eine begrenzte Weidefläche: Im Idealfall sollten nur ein bis zwei Pferde pro ca. einem halben Hektar weiden.
    • Nutzen Sie, wenn möglich, die Weiden wechselweise auch mit Rindern oder Schafen.
    • Fohlen sollten nicht gemeinsam mit älteren Pferden weiden, da letztere eine größere Quelle für die Kontamination der Weide darstellen können und daher noch regelmäßiger entwurmt werden müssen.
  • Was ist der wichtigste und häufigste Parasit, der mein Pferd befallen kann?
    Der derzeit häufigste Parasit, der Pferde befällt, ist ein Wurm aus der Gruppe der Kleinen Strongyliden (Cyathostominae, Kleine Palisadenwürmer), der im Darm parasitiert und Durchfall sowie raschen und hochgradigen Gewichtsverlust sowie lebensbedrohende Koliken verursachen kann.

    Ich habe gehört, dass die eingekapselten Larven des Kleinen Palisadenwurms die größte Bedrohung für mein Pferd darstellen – welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um dieses Parasitenstadium zu bekämpfen?
    Die herkömmliche und lange Zeit einzige zugelassene Behandlungsoption zur Bekämpfung der enzystierten Larven der Kleinen Strongyliden war eine fünftägige Therapie mit einem Entwurmungsmittel auf der Basis von Fenbendazol. Im Jahr 2003 wurde allerdings ein neues Anthelminthikum auf der Basis von Moxidectin zugelassen, das mit einer einzigen Standarddosis alle Stadien der Cyathostominae bekämpft.

    In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass die Kleinen Strongyliden weitgehend resistent gegen Benzimidazol-Entwurmungsmittel (z.B. Fenbendazol) sind, sodass die Verwendung dieser Präparate bei bestehender Resistenz nicht ratsam ist.

    Wann sollte ich mein Pferd entwurmen?
    Um alle Rundwürmer bekämpfen zu können, sollten die Pferde routinemäßig das ganze Jahr über entwurmt werden. Zusätzlich sollte zu strategischen Zeitpunkten die Behandlung gegen Bandwürmer, Dasselfliegen und vor allem auch gegen die Larven der Kleinen Strongyliden erfolgen. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach der optimalen Entwurmungsstrategie Iher Pferde.

    Mein Pferd ist stark von Würmern befallen. Wie sollte ich die Behandlung beginnen?
    Wenn Sie befürchten, dass bei Ihrem Pferd ein starker Wurmbefall vorliegt, sollten Sie Ihren Tierarzt zurate ziehen, der die richtige Therapie für Ihr Tier zusammenstellen wird. Eine mögliche Strategie ist, zunächst ein Wurmmittel zu wählen, dass nur alle adulten Stadien der Würmer abtötet. Etwa 7-10 Tage danach kann eine Wurmtherapie auf der Basis des Wirkstoffs Moxidectin eingeleitet werden, die gegen die verbliebenen Larvenstadien wirkt. Bei Bedarf muss auch eine eigene Bandwurmtherapie erfolgen.

    Was ist der Unterschied zwischen strategischer und routinemäßiger Entwurmung?
    Ein strategisches Entwurmungsprogramm beruht auf einem das gesamte Jahr über in regelmäßigen Abständen durchgeführten Eizahlreduktionstest (EZRT) der Pferde; dabei werden zwischen den einzelnen Behandlungen längere Pausen eingehalten. Die Pferde werden nach diesem Programm nur dann behandelt, wenn die Ergebnisse des Eizahlreduktionstests einen bestimmten Wert übersteigen z.B. 200 Wurmeier pro Gramm Kot. Bei diesen Programmen ist jedoch insofern Vorsicht geboten, als der Eizahlreduktionstest nicht das genaue Ausmaß des Wurmbefalls widerspiegelt, da unter anderem die Larvenstadien wie z.B. die enzystierten Larven der Cyathostominae nicht berücksichtigt werden. Als Routineentwurmung wird der Einsatz von Anthelminthika zur Bekämpfung von Rundwürmern, Bandwürmern und Dasselfliegen während des ganzen Jahres bezeichnet, wobei die von den Herstellern empfohlenen Dosierungsintervalle berücksichtigt werden.

    Muss ich in jeder Weidesaison ein anderes Entwurmungsmittel verwenden, um einer Resistenzbildung vorzubeugen?
    An der Resistenzentwicklung ist eine ganze Reihe von Faktoren beteiligt. Empfehlungen zufolge lässt sich eine Resistenzbildung am besten dadurch hinauszuzögern, dass bei der ersten Behandlung gleich alle vorhandenen resistenten Würmer abgetötet werden und dass in der Folge die Häufigkeit des Einsatzes von Anthelminthika reduziert wird. Das bedeutet, dass das ideale Wurmmittel hoch potent sein muss und dass dagegen noch keinerlei Resistenzen bestehen dürfen. Zudem sollten diese Präparate so selten wie möglich verabreicht werden müssen.

    Eine Alternative zur Produktrotation besteht in der Verwendung eines hoch wirksamen Entwurmungsmittel wie z.B. auf der Basis von makrozyklischen Laktonen, weil gegen diese Wirkstoffgruppe (in Deutschland) noch keinerlei Resistenzen bei Pferden bekannt sind.

    Eine wichtige Rolle zur Verzögerung von Resistenzentwicklungen spielen aber auch ein entsprechendes Weidenmanagement und Eizahlreduktionstests. Durch routinemäßiges Entfernen der Kothaufen von der Weide wird auch die wichtigste Quelle von Reinfektionen entfernt, einschließlich resistenter Würmer, und der Entwicklungszyklus der Parasiten wird abgebrochen. Durch den Eizahlreduktionstest (EZRT) lassen sich auch die Dosierungsintervalle verlängern, da nur jene Pferde behandelt werden, in deren Kot Wurmeier über einem bestimmten Grenzwert gefunden werden.

    Es sei an dieser Stelle jedoch wiederholt, dass der EZRT keine Information über den Befall mit Wurmlarven liefert, da Eier nur von adulten Würmern produziert werden. Somit bleibt auch bei regelmäßiger Eizahlzählung der tatsächliche Befall Ihres Pferdes mit verkapselten Larven der Kleinen Strongyliden unbekannt.

  • Die infektionsfähigen L3-Larven werden vom Pferd beim Weiden aufgenommen und wandern in den Dickdarm, wo sie sich in die Darmwand eingraben und sich in Knötchen abkapseln (enzystieren). Sie können sich schnell zu L4-Larven entwickeln und in das Darmlumen auswandern, um sich dort zu geschlechtsreifen Würmern zu entwickeln.

    Bis zu 85% der enzystierten Larven können jedoch auch eine verzögerte Entwicklung (Hypobiose) nehmen und als hypobiotische EL3-Larven länger als normal in den Zysten in der Darmwand persistieren. Zehntausende dieser enzystierten Larven können sich in der Darmwand befinden, wo sie die Nährstoffresorption stören. Dies kann beim Pferd zu Gewichtsverlusten und sogar zu lebensbedrohender Erkrankung führen.

    Ohne Vorwarnung kommt es dann zu einer synchronen Massenauswanderung dieser Larven. Dies erfolgt in der Regel gegen Ende des Winters bzw. zeitig im Frühjahr, und es kommt zur potenziell tödlichen larvalen Cyathostominose. In schweren Fällen liegt das Mortalitätsrisiko bei 50-60%. Bei jungen Pferden (unter sechs Jahren) kann die Erkrankungsgefahr erhöht sein, doch können die Kleinen Palisadenwürmer bei Tieren jeden Alters und auch zu jeder Jahreszeit eine lebensbedrohende Erkrankung verursachen.