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Deutschland

Equine Virus Arteritis

Equine Infektiöse Arteritis, Pferdestaupe, Rotlaufseuche, Pink Eye

Meldepflichtig 1)

Der Erreger der equinen viralen Arteritis (EVA) ist ein hochkontagiöses Virus, das über das Sperma infizierter Hengste oder über virushaltige Atemwegssekrete infizierter Pferde weiterverbreitet wird. Obwohl die Infektion in der Regel subklinisch verläuft, kann die EVA die Blutgefäße des Pferdes schädigen.

Die durch das Virus ausgelöste Erkrankung zeigt sich mit grippeähnlichen Symptomen, führt aber auch zu Aborten oder zur Geburt lebensschwacher Fohlen.

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  • Folgende Symptome können hierbei auftreten:

    • Fieber
    • Appetitverlust
    • Depression oder Lethargie
    • Grippeähnliche Symptome (typisch ist eine vollständige Genesung der Pferde nach EVA-bedingten Atemwegserkrankungen)
    • Konjunktivitis
    • Schwellungen an Gliedmaßen, Skrotum oder Gesäuge
    • Hautrötungen
    • Trächtige Stuten: Aborte
    • Fohlen bis zu drei Monaten: Atemwegsprobleme (Pneumonie) und/oder Verdauungsstörungen
    • Hengste: Vorübergehende Subfertilität

  • EVA sollte immer dann vermutet werden, wenn Aborte gemeinsam mit respiratorischen Symptomen auftreten (im Gegensatz zur Infektion mit dem equinen Herpesvirus, bei der es spontan und ohne andere Symptome zu Aborten kommt).

    Da die bei der equinen infektiösen Arteritis auftretenden Atemwegsprobleme und sonstigen Symptome ähnlich jenen anderer Krankheiten sein können, kann eine sichere Diagnose der EVA nur durch eine virologische Untersuchung gestellt werden. In der Regel werden bei der Blutuntersuchung virusspezifische Antikörper nachgewiesen, oder das Virus wird aus Nasentupferproben bzw. aus Spermaproben oder Gewebeproben (Fetus, Plazenta) isoliert.

  • Eine antivirale Therapie gegen die equine infektiöse Arteritis besteht nicht. Somit werden betroffene Tiere rein symptomatisch behandelt.

  • Der equinen viralen Arteritis kann sehr gut vorgebeugt werden und zwar durch gute Managementpraxis und ein entsprechendes Impfprogramm. Der wichtigste Aspekt bei der EVA besteht darin, die Weiterverbreitung des Virus in Zuchtbetrieben einzuschränken bzw. vor allem zu verhindern, dass Hengste zu Virusträgern werden. Somit ist die Impfung das Schlüsselelement zur Bekämpfung der Infektion und der Weiterverbreitung des EVA-Virus.

    Bei der Durchführung von Impfprogrammen ist jedoch genau darauf zu achten, dass bereits infizierte Tiere über eine Blutprobe (Nachweis von Antikörpern) identifiziert werden. Entscheidend ist vor allem das Testen ungeimpfter Hengste und Stuten vier Wochen vor dem geplanten Deck- bzw. Belegzeitpunkt. Dies sollte fixer Bestandteil jeder EVA-Präventionsstrategie sein.

    Für EU-Deckstationen gilt:

    Ist der getestete Hengst seropositiv, muss ein zweiter Test erfolgen mittels direktem Virusnachweis über das Sperma des Hengstes. In diesem Fall wird das Sperma über Anzucht in empfänglicher Gewebekultur auf seinen Virusgehalt hin geprüft (PCR). Im positiven Fall kann der Hengst nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden. Im negativen Fall (kein Virusträger, hatte aber mal eine EVA Infektion) kann der Hengst zum Deckeinsatz kommen muß aber nach 3 bis 4 Monaten erneut untersucht werden. Der Impfantikörper kann von den durch das Feldvirus gebildeten Antikörpern nicht unterschieden werden. Darum muss vor der Impfung unbedingt eine zweimalige serologischen Untersuchung des Hengstes stattfinden und das negative Ergebnis muss unbedingt dokumentiert werden.

    Seropositiv getestete Hengste sollten nur zur Deckung ebenfalls EVA-seropositiver bzw. gegen EVA geimpfter Stuten zugelassen werden. Für Hengstfohlen sollte das EVA-Impfprogramm im Alter von neun Monaten einsetzen, um zu verhindern, dass sie vor bzw. bei Geschlechtsreife Virusträger werden. Nur so lässt sich das natürliche Reservoir für das Virus innerhalb der Pferdepopulation reduzieren. Bei erhöhtem Infektionsrisiko wie z.B. in Pferdebeständen mit hoher Besatzdichte oder bei häufigen Tierbewegungen ist die Impfung aller Pferde empfehlenswert.
     

  • Nützt eine Impfung bei einem Hengst, der bereits Träger des Virus ist?
    Bei einem bereits infizierten Hengst, der das Virus in sich trägt, ist auch eine Impfung nicht in der Lage, diesen Status rückgängig zu machen.

    Kann eine EVA-seropositive Stute zur Zucht verwendet werden?
    Seropositive Zuchtstuten sind unproblematisch für die Zucht. Sie können auch von virusfreien Hengsten belegt werden.

    Wird eine Stute unfruchtbar, wenn sie von einem Trägerhengst infiziert wird?
    Nein, es gibt im Zusammenhang mit der Arteritisvirusinfektion keine kurz- oder langfristigen Fertilitätsprobleme, und auch nach einem EVA-bedingten Abort sollten später keine Reproduktionsprobleme mehr bestehen.

    Kann ich eine trächtige Stute gegen EVA impfen?
    Die in Europa zugelassenen Impfstoffe dürfen nicht bei trächtigen Stuten angewandt werden.

  • Aufgrund der zunehmenden Reisetätigkeit internationaler Sportpferde ist die Virusarteritis zu einem globalen Problem geworden. In Europa gilt die EVA als weitverbreitet. Die aktuelle weltweite Verbreitung des Erregers wird unter Umständen unterschätzt, da Trägertiere symptomfrei sein können, sodass Aborte und Fohlenerkrankungen, die eigentlich auf EVA zurückzuführen sind, oft anderen Ursachen zugeschrieben werden.

    Zwischen den Ausbrüchen der Arteritisvirusinfektion sind die Hengste die Hauptträger des EVA-Virus und vor allem in Zuchtbetrieben eine signifikante Quelle der Virusübertragung. Obwohl infizierte Hengste klinisch vollkommen gesund wirken können, scheiden sie doch das Virus konstant aus, d. h. sie sind lebenslange Virusträger. Für Hengste, die in serologischen Untersuchungen positiv auf das Arteritisvirus getestet wurden, besteht in der Regel ein Verbot für internationale Transporte und auch ihr Sperma darf nicht exportiert werden.

    Die Übertragungsrate der EVA auf Stuten beträgt fast 100 % und zwar egal, ob eine künstliche Besamung mit infiziertem Sperma erfolgt ist, oder ob die Stuten im Natursprung von einem Trägerhengst gedeckt wurden. Stuten, aber auch Wallache und Hengstfohlen, können nach durchgemachter Erkrankung eine Immunität gegen EVA entwickeln, doch ist eine erneute Ansteckung jederzeit möglich, sodass das Virus von ihnen weiterhin über Sekrete aus den Atemwegen (aber auch direkt von der Stute an den Fetus) verbreitet wird.

    Die Impfung gegen EVA ist das Hauptelement der Bekämpfung dieser Infektion. Alle Pferde in Zuchtbetrieben sollten auf EVA getestet werden und nicht infizierte Hengste sind zu impfen, um sowohl einer Erkrankung als auch der Weiterverbreitung des Virus auf empfängliche Tiere vorzubeugen.

  • Artervac®

     


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     Es gibt einige Tierkrankheiten in Deutschland, die meldepflichtig sind. Das bedeutet, wenn die Erkrankung nachgewiesen wurde, muss diese dem Amtstierarzt unverzüglich gemeldet werden. Dies dient vor allem der Statistik und Seuchenbeobachtung. Droht eine größere Ausbreitung, kann eine "Meldepflichtige Tierkrankheit" kurzfristig in den Status einer „Anzeigepflichtigen Tierseuche“ erhoben werden. Hierfür gibt es eine Verordnung, die jeweils von der zuständigen Behörde angepasst wird