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Deutschland

Nematoden

Rundwürmer, Fadenwürmer

Nematoden (Rundwürmer, Fadenwürmer) sind die häufigste Art von Parasiten, die Pferde befallen. Zum Stamm der Nematoden zählen sehr viele Arten von Würmern, von denen der Kleine Palisadenwurm (Kleine Strongyliden, Cyathostominae) derzeit der bei Pferden häufigste Parasit ist. 

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  • Es gibt einige Symptome, woran man die Erkrankung erkennen kann.

    • Bei vielen Wurmarten: Von leichtem Durchfall bis zu raschem, starkem Gewichtsverlust, Koliken und sogar Todesfällen
    • Großer Palisadenwurm: Kann durch Verstopfung der Blutgefäße ebenfalls tödlich enden
    • Pfriemenschwänze: Juckreiz am Anus und Fliegenmaden
    • Pferdespulwurm: Husten, schlechtes Wachstum und stumpfes Haarkleid. Aufgrund der Größe der Würmer kann es zu tödlicher Darmblockierung oder –ruptur kommen
    • Magenwürmer: Gastritis
    • Zwergfadenwürmer: Durchfall, Anorexie und Apathie sowie verminderte Wachstumsraten und Gewichtsverlust, bei Fohlen mit potenziellen späteren Komplikationen
    • Mikrofilarien: Gelegentlich Hautirritationen und schmerzfreie Schwellung von Sehnen und Bändern
    • Lungenwürmer: Die Symptome umfassen hartnäckigen Husten und eine erhöhte Atemfrequenz. Kann eine Pneumonie verursachen.
  • Obwohl adulte Würmer gelegentlich im Kot der Pferde entdeckt werden können, sind spezifische diagnostische Tests erforderlich, um Art und Ausmaß des Wurmbefalls zu bestimmen. Der Eizahlreduktionstest (EZRT) ist ein nützliches Mittel zur Beurteilung der Wirksamkeit von Entwurmungsprogrammen und zur Bestimmung des parasitären Status bei neu zugekauften Pferden, sowie zur Identifizierung der von Würmern befallenen Pferde, die behandelt werden müssen.

    An dieser Stelle sei vermerkt, dass es derzeit keinen verlässlichen Test gibt, der in der Lage wäre, die enzystierten Cyathostominae, die als Larven keine Eier produzieren, nachzuweisen. Aus diesem Grund muss die Anthelminthikatherapie spezifisch auf die Bekämpfung dieser Larven abzielen.

  • Behandlung betroffener Pferde mit einem modernen Entwurmungsmittel, das auch die Zahl der enzystierten Larven (EL3) reduziert.

  • Zur Prophylaxe des Nematodenbefalls sollte während der gesamten Weidesaison ein entsprechendes Wurmbekämpfungsprogramm durchgeführt werden. Da jedoch in milden und feuchteren Wintern das Risiko besteht, dass die Pferde noch spät im Jahr infektiöse Wurmlarven aufnehmen, sollte die Wurmbekämpfung am besten ganzjährig erfolgen.

    Die Kleinen Strongyliden sind heutzutage die häufigsten und schädlichsten Parasiten, von denen Pferde betroffen sein können. Nach der Aufnahme der Larven beim Weiden, der Invasion der Darmschleimhaut und ihrer weiteren Entwicklung in der Darmwand des Pferdes kann es durch die spätere Massenauswanderung der Würmer und die damit verursachte Durchlöcherung der Darmwand zu einer lebensbedrohenden Erkrankung kommen. Obwohl durch den weitreichenden Einsatz moderner Wurmmittel die Großen Strongyliden wirksam reduziert werden konnten, stellen auch deren Wanderlarven nach wie vor eine potenziell tödliche Gefahr dar.

    Enzystierte Larven der kleinen Palisadenwürmer: Bei Nichtbehandlung wandern diese Larven im Spätwinter/zeitigen Frühjahr gleichzeitig in Massen in den Darmkanal aus. Somit sollte eine Behandlung zumindest im November und im Februar erfolgen.

    Weidenmanagement:

    • Entfernen Sie die Pferdeäpfel regelmäßig von der Weide, in der Weidesaison mindestens zweimal wöchentlich; zwischen November und März reicht die wöchentliche Entfernung.
    • Lassen Sie nicht zu viele Pferde auf eine begrenzte Weidefläche: Im Idealfall sollten nur ein bis zwei Pferde pro ca. einem halben Hektar weiden.
    • Nutzen Sie, wenn möglich, die Weiden wechselweise auch mit Rindern oder Schafen.
    • Fohlen sollten nicht gemeinsam mit älteren Pferden weiden, da sie eine größere Quelle für die Kontamination der Weide darstellen können und daher noch regelmäßiger entwurmt werden müssen.
  • Was ist der wichtigste und häufigste Parasit, der mein Pferd befallen kann?
    Der derzeit häufigste Parasit, der Pferde befällt, ist ein Wurm aus der Gruppe der Kleinen Strongyliden (Cyathostominae, Kleine Palisadenwürmer), der im Darm parasitiert und Durchfall sowie raschen und hochgradigen Gewichtsverlust sowie lebensbedrohende Koliken verursachen kann.

    Ich habe gehört, dass die eingekapselten Larven des Kleinen Palisadenwurms die größte Bedrohung für mein Pferd darstellen – welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um dieses Parasitenstadium zu bekämpfen?
    Die herkömmliche und lange Zeit einzige zugelassene Behandlungsoption zur Bekämpfung der enzystierten Larven der Kleinen Strongyliden war eine fünftägige Therapie mit einem Entwurmungsmittel auf der Basis von Fenbendazol. Im Jahr 2003 wurde allerdings ein neues Anthelminthikum auf der Basis von Moxidectin zugelassen, das mit einer einzigen Standarddosis alle Stadien der Cyathostominae bekämpft.

    In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass die Kleinen Strongyliden weitgehend resistent gegen Benzimidazol-Entwurmungsmittel sind, sodass die Verwendung dieser Präparate bei bestehender Resistenz nicht ratsam ist.

    Wann sollte ich mein Pferd entwurmen?
    Um alle Rundwürmer bekämpfen zu können, sollten die Pferde routinemäßig das ganze Jahr über entwurmt werden. Zusätzlich sollte zu strategischen Zeitpunkten die Behandlung gegen Bandwürmer, Dasselfliegen und vor allem auch gegen die Larven der Kleinen Strongyliden erfolgen. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem optimalen Entwurmungsplan.

    Mein Pferd ist stark von Würmern befallen. Wie sollte ich die Behandlung beginnen?
    Wenn Sie befürchten, dass bei Ihrem Pferd ein starker Wurmbefall vorliegt, sollten Sie Ihren Tierarzt zurate ziehen, der die richtige Therapie für Ihr Tier zusammenstellen wird. Eine mögliche Strategie besteht darin, zunächst ein Wurmmittel zu wählen, dass nur alle adulten Stadien der Würmer abtötet, wie z. B. ein Präparat auf der Basis von Pyrantel. Etwa 7-10 Tage danach kann eine Wurmtherapie auf der Basis des Wirkstoffs Moxidectin eingeleitet werden, die gegen die verbliebenen Larvenstadien wirkt. Bei Bedarf muss auch eine eigene Bandwurmtherapie erfolgen.

    Was kann bei einer Überdosierung passieren?
    Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, dass es bei einer leichten Überdosierung von Wurmmitteln zu schädlichen Auswirkungen kommt, sollten Arzneimittel generell immer genau dosiert und nach Herstellerangaben bzw. gemäß der Verschreibung durch Ihren Tierarzt verabreicht werden. Dies gilt insbesondere für Fohlen bzw. Ponyfohlen mit geringem Körpergewicht.

    Was geschieht bei Unterdosierung?
    Eine Unterdosierung schadet Ihrem Pferd nicht, aber Sie würden damit subtherapeutische Mengen des Arzneimittels verabreichen, sodass die Würmer zwar mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen, aber nicht abgetötet werden. Die überlebenden Würmer können dann ihre „Immunität” an die nachfolgenden Generationen weitergeben, sodass die Gefahr besteht, dass die Parasiten dann resistent gegen dieses Medikament werden.

    Wie wichtig ist es, die Pferde vorher zu wiegen? Kann ich das Gewicht nicht einfach schätzen oder die ganze Spritze verabreichen?
    Wenn das Gewicht des Pferdes nur geschätzt und nicht tatsächlich mittels Brückenwaage oder zumindest mithilfe von Stock- und Bandmaß ermittelt wird, riskieren Sie, dass Ihr Pferd eine unzureichende Dosis des Wurmmittels erhält. Erhält das Pferd nicht die für sein Körpergewicht richtige Dosierung, so reicht diese eventuell nicht aus, um die vorhandenen Würmer abzutöten. Dadurch können die Parasiten nicht nur ihren Lebenszyklus fortsetzen und Ihr Tier weiterhin schädigen, sondern es kann sich auch eine Immunität und Resistenz bei den überlebenden Würmern ausbilden. Eine geringe Überdosierung hat aller Wahrscheinlichkeit nach keine schädlichen Auswirkungen auf Ihr Pferd.

    Muss ich in jeder Weidesaison ein anderes Entwurmungsmittel verwenden, um einer Resistenzbildung vorzubeugen?
    An der Resistenzentwicklung ist eine ganze Reihe von Faktoren beteiligt. Empfehlungen zufolge lässt sich eine Resistenzbildung am besten dadurch hinauszuzögern, dass bei der ersten Behandlung gleich alle vorhandenen resistenten Würmer abgetötet werden und dass in der Folge die Häufigkeit des Einsatzes von Anthelminthika reduziert wird. Das bedeutet, dass das ideale Wurmmittel hoch potent sein muss und dass dagegen noch keinerlei Resistenzen bestehen dürfen. Zudem sollten diese Präparate so selten wie möglich verabreicht werden müssen.

    Angesichts der weitverbreiteten Resistenz gegen Benzimidazol-Entwurmungsmittel und der bekannten Resistenzen gegen Anthelminthika auf der Basis von Pyrantel und Ivermectin bleibt für eine Rotation der Präparate relativ wenig Spielraum. Vor der Verwendung eines Wurmmittels müssen Sie Ihren Tierarzt zurate ziehen.

    Zur Resistenzsituation in Deutschland wissen wir, bei Benzimidazolen gibt es bis zu 83,3% Resistenzen, bei Pyrantel bis zu 40% und bei Ivermectin und Moxidectin konnte in Deutschland bislang noch keine tatsächliche Resistenz nachgewiesen werden. (Prof. Dr. Samson Himmelstjerna, 2008). Wenn ein Entwurmungsmittel aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone verwendet wird, lässt sich durch den Einsatz von makrozyklischen Laktonen zur Verzögerung der Resistenzentwicklung beitragen.

    Eine Alternative zur Produktrotation besteht in der Verwendung eines hoch wirksamen Entwurmungsmittels wie zum Beispiel einem auf der Basis von makrozyklischen Laktonen, weil dagegen noch keinerlei Resistenzen bei Pferden bekannt sind. Bei Verwendung von z.B. makrozyklischen Laktonen müssen Sie Ihr Pferd nur alle 13 Wochen entwurmen und haben dennoch alles für den Schutz Ihres Tieres getan.

    Eine wichtige Rolle zur Verzögerung von Resistenzentwicklungen spielen aber auch ein entsprechendes Weidenmanagement und Eizahlreduktionstests. Durch routinemäßiges Entfernen der Kothaufen von der Weide wird auch die wichtigste Quelle von Reinfektionen entfernt, einschließlich resistenter Würmer und der Entwicklungszyklus der Parasiten wird abgebrochen. Durch den Eizahlreduktionstest (EZRT) lassen sich auch die Dosierungsintervalle verlängern, da nur jene Pferde behandelt werden, in deren Kot Wurmeier über einem bestimmten Grenzwert gefunden werden. Es sei an dieser Stelle jedoch wiederholt, dass der EZRT keine Information über den Befall mit Wurmlarven liefert, da Eier nur von adulten Würmern produziert werden. Somit bleibt auch bei regelmäßiger Eizahlzählung der tatsächliche Befall Ihres Pferdes mit verkapselten Larven der Kleinen Strongyliden unbekannt.

    Wie oft muss ich den Pferdedung von der Weide entfernen?
    Der Pferdedung sollte regelmäßig von der Weide entfernt werden, in der Weidesaison mindestens zweimal wöchentlich; zwischen November und März reicht die wöchentliche Entfernung. Obwohl infektiöse Larven durch strengen Frost getötet werden können, ist ihr Verbleib auf der Weide doch das ganze Jahr über möglich. Insofern besteht während des ganzen Jahres die Gefahr, dass weidende Tiere die Parasiten aufnehmen. Sind die Herbst- und Wintermonate also mild und feucht, sollte auch in dieser Saison der Dung zweimal wöchentlich von der Weide entfernt werden.

    Sollte ich meine trächtige Stute entwurmen?
    Gerade bei trächtigen Stuten ist die Entwurmung wichtig, und zwar nicht nur im Interesse von deren eigener Gesundheit, sondern auch im Hinblick auf das neugeborene Fohlen. Bei der Verwendung eines Präparats, dass für trächtige und laktierende Stuten zugelassen ist, müssen Sie die Entwurmung vor dem Fohlen und während der Laktation genau nach den Herstellerangaben durchzuführen.

    Ab welchem Alter kann ich mein Fohlen entwurmen?
    Gerade Fohlen können nach Infestation sehr rasch von einen massiven Wurmbefall betroffen sein. Aus diesem Grund sollte die erste Entwurmung bei Fohlen bereits im Alter von 2- Wochen erfolgen. Anschließend empfehlen wir die Wiederholung der Entwurmung alle 6 Wochen bis zum Alter von 6 Monaten. Um auch gezielt gegen die Kleinen Strongyliden vorgehen zu können, können Sie auch bei Fohlen eine Wurmkur mit z.B. makrozyklischen Laktonen genau dosiert anstelle von Pyrantel oder Benzimidazolen verwenden. Mit der Muttermilch werden die Zwergfadenwürmer direkt vom Fohlen aufgenommen. Vergewissern Sie sich vor der Verabreichung jedoch immer, ab welchem Alter das jeweilige Produkt gegeben werden kann. In der Praxis wird in sehr großen Beständen teilweise schon direkt am Tag der Geburt das Fohlen mit entwurmt. Bei kleineren Gestüten aber auf jeden Fall ab der 2. Woche.

  • Die für Pferde wichtigsten Wurmspezies im Überblick:

    • Kleiner Palisadenwurm: des Dickdarms. Larven graben sich in der Darmwand ein. Massenauswanderung in den Darm kann tödlich sein.
    • Großer Palisadenwurm: Larven wandern in den Blutgefäßen des Pferdes. Adulte Würmer im Dickdarm. 
    • Pfriemenschwänze: Leben im Kolon. Adulte Würmer wandern zur Eiablage zum Anus.
    • Pferdespulwurm: Larven wandern durch die Blutgefäße zur Leber und Lunge. Adulte Würmer im Dünndarm. 
    • Fadenwürmer: Parasitieren im Magen
    • Magendasseln: Parasitieren im Magen. Larven in Hautwunden verhindern Heilung: „Streifensommerekzem”. 
    • Zwergfadenwürmer: Larven wandern durch die Lunge. Adulte Würmer im Dünndarm. 
    • Mikrofilarien: Haut
    • Lungenwürmer: Lunge