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Deutschland

Pferdeinfluenza

Pferdegrippe, ansteckender Pferdehusten, infektiöse Tracheobronchitis, Rennbahnhusten

Atemwegserkrankungen sind beim Pferd von besonderer Bedeutung, weil sie direkt und oft massiv die Leistung beeinträchtigen. Die Pferdeinfluenza ist in allen Pferdepopulationen endemisch, und Influenzaseuchenzüge sind weltweit immer wieder zu beobachten (mit Ausnahme von Neuseeland und Island). Die Krankheit ist somit die Hauptursache für Leistungsausfälle bei Pferden.

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  • Zu den typischen Syptomen zählen:

    • Hohes Fieber (39,4-41.1°C)
    • Lethargie
    • Leistungseinbruch
    • Appetitlosigkeit
    • Kräftige, trockene Hustenattacken
    • Beschleunigte Atmung
    • Vergrößerte Kehlgangslymphknoten
    • Ödeme an den Gliedmaßen
    • Nasenausfluss – von wässrig bis gelb-grünlich und schleimig (bei einer bakteriellen Sekundärinfektion)

  • Influenzasymptome können jedoch auch bei anderen Atemwegserkrankungen einschließlich Druse, Infektion mit den equinen Herpesviren Typ 1 und 4, Streptokokkeninfektion oder bakterieller Pneumonie zu beobachten sein.

    Sobald jedoch schwerwiegendere Ursachen der Atemwegsinfektion ausgeschlossen werden konnten, wird die Diagnose der Pferdeinfluenza bei ungeimpften Tieren in der Regel auf der Basis von Vorgeschichte und klinischen Symptomen, wie dem typischen trockenen Husten gestellt. Bei geimpften und auch umgeimpften Pferden, die nur leichte Grippesymptome zeigen und nur geringe Virusmengen ausscheiden, sollte die Diagnose grundsätzlich mittels direkten oder indirektem Virusnachweis im Labor erfolgen.

  • Betroffene Pferde sind zu isolieren und in vollständig ruhigen, staubfreien und gut belüfteten Stallungen unterzubringen, da die absolute Schonung bereits die Hauptkomponente der Therapie darstellt. Das Futter muss besonders schmackhaft sein und sollte zum Erleichtern des Abschluckens aus weichem bzw. eingeweichtem qualitativ hochwertigen Heu bestehen.

    Entzündunghemmende Medikamente können zur Fiebersenkung gegeben werden. Zusätzlich kann man im Falle von bakteriellen Sekundärinfektionen, wie Pneumonie, Antibiotika verabreichen. Die Pferde sollten bis zu zwei Wochen nach Abklingen aller Influenzasymptome keinem anstrengenden Training unterzogen werden.

  • Das wichtigste Element zur Prophylaxe, sowie zur Milderung der klinischen Manifestation der Pferdeinfluenza, ist die Impfung. Nach einer aus drei Impfungen bestehenden Grundimmunisierung erhalten die Pferde jährlich eine Auffrischungsimpfung. Da das Expositionsrisiko aber besonders bei Pferden, die regelmäßig an internationalen Pferdesportveranstaltungen teilnehmen, erhöht ist, kann eine Neuimpfung bereits nach sechs Monaten erforderlich sein.

    Alle Neuzugänge sollten einer serologischen Untersuchung unterzogen werden, um beurteilen zu können, ob eine Auffrischungsimpfung notwendig ist oder nicht. Um den Infektionsdruck und die Virusausscheidung zu minimieren sollte bei Pferden im Bestand möglichst der gesamte Bestand geimpft werden.

    Ein gutes Management der Pferdebetriebe und entsprechende Hygienemaßnahmen sind ebenfalls von grundlegender Wichtigkeit, um die Verbreitung des Influenzavirus zu reduzieren. Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion von Transportfahrzeugen, Eimern, sowie sonstiger Geräte und Ausrüstungsgegenstände müssen regelmäßig durchgeführt werden. Für alle Kontaktpersonen ist häufiges Händewaschen Pflicht. Jedes Pferd, das Influenzasymptome zeigt, muss sofort isoliert werden, um eine Ansteckung anderer Tiere zu verhindern.

  • Sollten Pferde angesichts eines Influenzaausbruchs geimpft werden?
    Es ist immer am besten, mittels eines systematischen, dauerhaft angelegten Impfprogramms für einen laufenden Schutz der Pferde vor einem eventuellen plötzlichen Influenzaausbruch zu sorgen. Dennoch ist es auch möglich, die Pferde erst bei einem Influenzaausbruch in der Nachbarschaft zu impfen, vorausgesetzt, die Tiere sind gesund. Das Impfen kranker Tiere ist immer unangebracht.

    Schützen die derzeit auf dem Markt befindlichen Impfstoffe gegen neue oder veränderte Stämme, wie Influenzavirus?
    Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlassen, wann immer die Notwendigkeit besteht, formelle Empfehlungen zur Anpassung der in den Impfstoffen verwendeten Virusstämme an eine veränderte Feldsituation mit neuen oder abweichenden Influenzastämmen. Zudem erzeugen viele der derzeitigen Influenzaimpfstoffe nachweislich eine Kreuzimmunität auch gegen neuere Stämme, wie z. B. den Influenzastamm „South Africa/4/03” oder den Stamm „Sydney/07”, die für verheerende Ausbrüche verantwortlich waren.

  • Pferdesportveranstaltungen, bei denen viele Pferde zusammenkommen, tragen zur Verbreitung des Influenzavirus bei, das aerogen (über die Luft) übertragen wird. Die Infektion ist hoch ansteckend, und die Viruspartikel können direkt von Pferd zu Pferd oder aber auch über kontaminierte Gegenstände oder Kleidung übertragen werden. In ungeimpften Pferdepopulationen, die zuvor dem Virus nicht ausgesetzt waren, beträgt die Infektionsrate an die 100%.

    Das Pferdeinfluenzavirus ist ein Influenza-Typ-A-Virus mit zwei Subtypen: A/equi 1 (H7N7) und A/equi 2 (H3N8). Das Virus verursacht eine Entzündung des Schleimhautepithels des Atemtrakts und nach einer Inkubationszeit von etwa 1-5 Tagen treten die ersten typischen Grippesymptome auf.

    Die klinische Erkrankung als solche bewirkt eine extreme Schwächung der Pferde und dauert etwa zehn Tage, obwohl der Husten länger bestehen kann. Ähnlich wie in der Humanmedizin bildet sich auch bei der Influenza der Pferde nach durchgemachter Erkrankung keine Immunität aus, sodass kein Schutz gegen die Infektion bei einer weiteren Virusexposition besteht.

    Das wichtigste Element zum Schutz gegen die Pferdeinfluenza ist die Impfung, und zwar nicht nur für das Einzeltier, sondern auch hinsichtlich seuchenhafter Ausbrüche der Influenza. Die Impfung ist besonders für Sportpferde, die regelmäßig an internationalen Wettkämpfen teilnehmen, eine unverzichtbare Voraussetzung.