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Deutschland

Weiderinder und Parasiten

Das Risiko ist hoch

Weiderinder sind Parasiten ausgesetzt. Dies stellt eine unverrückbare Tatsache dar, und die Schlussfolgerung muss daher lauten, bei Weiderindern eine optimale Parasitenkontrolle durchzuführen. Parasiten bedeuten in jedem Fall ökonomische Verluste.

Alles maximieren
  • Weiderinder sind Parasiten ausgesetzt. Dies stellt eine unverrückbare Tatsache dar, und die Schlussfolgerung muss daher lauten, bei Weiderindern eine optimale Parasitenkontrolle durchzuführen. Parasiten bedeuten in jedem Fall ökonomische Verluste. Im Falle von Magen-Darm-Würmern wird durch Schäden an den Darmschleimhäuten die Aufnahme von Nährstoffen aus der Ration behindert, zum anderen treten die Würmer in direkte Nahrungskonkurrenz zum Wirt. Sie entziehen dem Nahrungsbrei Nährstoffe, und senken dadurch den Nährwert der Ration. Weitere wichtige Parasiten sind der Lungenwurm sowie Leberegel. Während die Larven des Lungenwurms vor allem die Atemwege schädigen, belasten und schädigen Leberegel vor allem das Lebergewebe.
    Weidetiere sind aber auch Belastungen durch äußere Parasiten wie (Stech-) Fliegen, Mücken, Zecken sowie Milben und Läusen ausgesetzt. Während letztere vor allem nach Weideabtrieb im feucht-warmen Stall eine große Bedeutung erlangen, sind erstere vor allem Lästlinge, die durch Stress die Tiere in Ihrer Leistung beeinträchtigen.
    Vor allem blutsaugenden Parasiten kommt zudem noch eine weitere wichtige Rolle als Überträger von Krankheiten zu.
    Durch die Schad- und Konkurrenzsituation wird der allgemeine Gesundheitszustand der Rinder beeinträchtigt. Bei stärkerem Befall sind daher neben den Leistungseinbußen auch negative Effekte auf den Immunstatus der Tiere zu berücksichtigen.

  • Infizierte Rinder entwickeln sich schlechter, es kommt zu dauerhaften Leistungseinbußen. Die Tiere fressen weniger und können der Ration weniger Nährstoffe entnehmen. Sie nehmen langsamer zu als nichtinfizierte Tiere. Von Parasiten befallene Rinder haben zudem ein stärker belastetes Immunsystem und sind anderen Krankheiten gegenüber leichter empfänglich. Den Hauptkostenfaktor stellen allerding die verringerten Tageszunahmen dar. Diese zählen doppelt, denn einerseits richtet sich der Erstbesamungstermin oft nach dem erreichten Gewicht, zum anderen wirkt sich das Erstkalbegewicht direkt auf die Laktationsleistung in der ersten und den folgenden Laktationen aus. Damit sind Aufzuchtdauer und Lebensleistung durch die Tageszunahmen während der Aufzucht zu beeinflussen.

  • Brauner Magenwurm (Ostertagia ostertagi): Ist der wichtigste Parasit aus dieser Klasse. Andere Würmer im Magen-Darmtrakt sind ohne das zusätzliche Vorkommen von Ostertagia-Arten in der Regel weniger bedeutend.

    Lungenwurm: Risiko ab Mitte des Sommers, abhängig von der Witterung. Die Parasiten verursachen bei stärkerem Befall erheblich geminderte Tageszunahmen. Befallene Tiere zeigen vor allem Atemwegs-Symptome wie Nasenausfluss und Husten bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Atemnot. Sie sprechen nur langsam auf eine Behandlung an.

    Großer Leberegel: In Befallsgebieten besteht das größte Infektionsrisiko im Spätsommer und Herbst. Insbesondere die frühen Jugendstadien des Leberegels zeigen die größte Schadwirkung auf das Lebergewebe. Beim Rind sind hauptsachlich Leistungseinbußen bei Mast- und Milchleistung die Folge.

  • Das Kontrollprinzip beinhaltet neben einer strategischen Behandlung der Weiderinder gegen Parasiten auch Management-Maßnahmen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

    Die strategische Parasitenbehandlung richtet sich nach dem Alter der Tiere, nach dem lokalen Infektionsdruck der verschiedenen Parasiten, sowie nach den personellen Möglichkeiten der Betriebe. Grundsätzlich können kurzwirksame, mittelfristig wirksame oder langzeitwirksame Antiparasitika eingesetzt werden.
    Kurzwirksame Präparate sind oft kostengünstig. Zu berücksichtigen ist, dass die Wirksamkeit im Bezug auf erneute Infektionen auf wenige Tage bis zu 2 Wochen begrenzt ist. Daher sind regelmäßige Nachbehandlungen fest einzuplanen und bei Personal- und Arbeitsaufwandplanungen mit einzukalkulieren. In jedem Fall muss auch eine Weideabtriebsbehandlung durchgeführt werden, um die Tiere parasitenfrei aufzustallen.

    Mittelfristig wirksame Präparate wirken bis zu 2 Monaten. Auch hier sind Nachbehandlungen der Tiere auf der Weide fest einzuplanen und in die Kostenkalkulation mit einzubeziehen. In jedem Fall ist eine Weideabtriebsbehandlung durchzuführen, um die Tiere parasitenfrei aufzustallen. Mittelfristig wirksame Präparate bieten sich vor allem bei Trockenstehern auf Standweiden an. Hier muss unbedingt auf die Zulassung für Milchkühe geachtet werden!

    Langwirksame Präparate ermöglichen mit einer einmaligen Behandlung eine Kontrolle der Parasiten während der gesamten Weidesaison. Sie ermöglichen die optimale Nutzung des sogenannten Staubsauger-Effektes. Während der Wirkzeit nehmen behandelte Rinder zwar weiterhin Eier und Larven von der Weide auf. Diese können sich aber nicht zu erwachsenen Würmern entwickeln und neue Eier produzieren. Damit wird eine Säuberung der Weidefläche von infektiösen Eiern und Larven durch die behandelten Tiere erreicht. Abhängig von der Dauer der Weidesaison kann eine Aufstallungsbehandlung sinnvoll sein, in diesem Fall mit einem kurzwirksamen Präparat.

    Eine Behandlung sollte in jedem Fall bei erstsömmrigen Tieren durchgeführt werden. Zweitsömmrige Rinder haben ggf. bereits eine Immunität aufgebaut, und zeigen bei Befall nur milde oder keine klinischen Symptome. Jedoch kann eine Immunität die Besiedelung der Tiere, sowie die negativen Effekte auf die Tageszunahmen nicht verhindern! Daher sollten auch zweitsömmrige, sowie ältere Rinder in die Behandlungsschemata integriert werden.

    Weidehygienische Maßnahmen können die Behandlung sinnvoll unterstützen. Die Weidepflege gehört mit in die Entwicklung eines gelungenen Managements. Dieses beinhaltet sowohl das Abschleppen, wie auch die ständige Kontrolle der Grasnarbe inklusive eventueller Nachsaaten, wenn festgestellt wird, dass sich die Grasnarbe ausdünnt. Weiterhin ist es wichtig die Weiden möglichst nach besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu besetzen. Demnach sollten die jüngsten Tiere immer auf die am geringsten belastete Weide verbracht werden. Optimal sind hier Flächen, die im Vorjahr nicht von Rindern beweidet wurden.