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Deutschland

Zwischenklauenphlegmone

Die Zwischenklauenphlegmone (Panaritium) ist eine schwere und hoch infektiöse Erkrankung der Rinderklaue, die durch Schwellung und Lahmheit charakterisiert ist. Sie ist extrem schmerzhaft und kann ohne Behandlung unter Umständen sehr rasch in eine hochakute Phlegmone übergehen, auf andere Strukturen des Fusses übergreifen aber auch chronisch werden.

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  • Die Zwischenklauenphlegmone beginnt mit einer Verletzung der Haut zwischen den Klauen. Über diese Pforte dringen Bakterien ein und es kommt zur raschen Ausbreitung der Infektion auf das Bindegewebe der Klauenregion.

    Atiologie Image

    Über Schnitt- bzw. Stichwunden oder schwere Abschürfungen gelangen Bakterien wie Fusobacterium necrophorum und Bacteroides melaninogenicus in das Klauengewebe, wo die Infektion ihren ihren Anfang nimmt.

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    • Schmerzen, plötzliche Lahmheit mit Schwellung des Zwischenklauenspalts und des Kronsaums
    • Fieber, Konditionsverlust, verringerte Milchproduktion (Milchvieh), Appetitverlust und infolge dessen Gewichtsverlust (Fleischrinder)
    • Zellulitis (Entzündung des Unterhautzellgewebes) und Kolliquationsnekrose (Absterben und Verflüssigung von Gewebe) im Zwischenklauenspalt mit fauligem Geruch

    Ohne Behandlung entwickelt sich die Entzündung zu einer Nekrose, die sich auf das umgebende Gewebe, sogar auf den Knochen, ausbreiten kann und zu chronischer Arthritis führt.

  • Da die Zwischenklauenphlegmone sehr schnell fortschreiten, ist eine frühzeitige Entdeckung der Erkrankung von entscheidender Wichtigkeit. Die Diagnose lässt sich anhand der klinischen Symptome (sorgfältige Untersuchung der Klauen) und der Epidemiologie stellen.

    • Frühzeitiges Einleiten einer systemischen Antibiose
    • Lokale Behandlung:
      • Klauenpflege
      • Topische Arzneimittel
        • Spray
        • Fußbäder
      • Bandagen
    • Orale Therapie: Antiinfektiva, Zink – insbesondere bei zinkarmem Futter
    • In schweren Fällen chirurgische Amputation
  • Gute Stallhygiene ist das Schlüsselelement bei der Prävention der Klauenfäule

    • Abrasive Laufflächen und Pfützenbildung, insbesondere um Futtertröge und Tränken, sind zu minimieren
    • Regelmäßiges Ausmisten
    • Böden um Tränken und Futtertröge mit Gummimatten auslegen
    • Abschiebefrequenz des Mistschiebers erhöhen, damit Laufflächen trockener werden

  • Die wirtschaftlichen Verluste in Milchviehbeständen umfassen:

    • Geringe Milchleistung.
    • Verminderte Reproduktionsleistung.
    • Mangelhafte Brunsterkennung.
    • Höhere unfreiwillige Merzungsraten.

    Die wirtschaftlichen Verluste in Fleischrinderbeständen umfassen:

    • Geringere Gewichtszunahmen.
    • Verzögerte Vermarktung.

    Sobald die Erreger der Zwischenklauenphlegmone in das gesamte Umfeld gestreut haben, kann die Erkrankung lange Zeit im Bestand fortbestehen. Eine konstante Beobachtung der Tiere trägt dazu bei, schwere wirtschaftliche Verluste zu vermeiden.