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Deutschland

Nekrotisierende Hepatitis

Deutscher Bradsot, infektiöse Lebernekrose

Die nekrotisierende Hepatitis ist eine perakut verlaufende, tödliche Intoxikation durch Clostridium novyi Typ B. Der Erreger produziert Toxine in der Leber, wobei in der Regel eine Vorschädigung des Lebergewebes infolge der Wanderung von Leberegeln durch das Organ besteht. Die nekrotisierende Hepatitis tritt vorwiegend bei ausgewachsenen Schafen, seltener bei Rindern und Ziegen auf. Die Morbiditätsraten sind zwar für gewöhnlich niedrig (5 %–10 %), doch verläuft die Krankheit immer tödlich.

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  • Wie alle Bakterien der Gattung Clostridium überlebt C. novyi in der Umwelt dauerhaft in Form von Sporen. In Böden und auf Weiden können die bakteriellen Sporen viele Jahre lang überleben. Sie werden von den Tieren beim Weiden oral aufgenommen und gelangen in die Leber, wo sie einige Zeit lang verbleiben können, ohne eine offensichtliche Erkrankung auszulösen. Ist das Lebergewebe um eine Spore herum jedoch geschädigt, meist durch Leberegel, so wird sie aktiviert. Es kommt zu einer starken Vermehrung des Erregers und zur Produktion eines Toxins, das die Erkrankung verursacht. Die Sporen können auch von den Leberegeln direkt verbreitet werden.

  • Obwohl vorwiegend Schafe betroffen sind, kann die nekrotisierende Hepatitis auch bei Rindern zu Verlusten führen. Oft werden Schafe verendet aufgefunden, ohne dass klinische Symptome erkennbar waren. In betroffenen Beständen können Bewegungsunlust sowie Appetitverlust bemerkbar sein und die Tiere erscheinen matt und apathisch. Der Tod tritt binnen 48 Stunden ein. Ein Befall mit Leberegeln scheint die Krankheit „auszulösen”. Erst das Vorliegen von geschädigtem Lebergewebe fördert die Vermehrung des Bakteriums und die Toxinbildung. Zu Ausbrüchen der nekrotisierenden Hepatitis kommt es in der Regel infolge einer Invasion der Leber mit wandernden Jugendstadien des Leberegels, doch kann auch eine Leberschädigung aufgrund anderer ursächlicher Faktoren zu nekrotisierender Hepatitis führen.

    Das Vorliegen einer nekrotisierenden Hepatitis muss vermutet werden, wenn Schafe während Weidesaisonen mit hohem Risiko für Leberegelbefall plötzlich sterben. Regen und milde Temperaturen stellen zusätzliche Risikofaktoren dar, da sie ideale Bedingungen für die Entwicklung des Leberegels auf der Weide schaffen.

  • Eine Impfung kann der nekrotisierenden Hepatitis wirksam vorbeugen, schützt jedoch nicht vor Todesfällen bzw. Verlusten aufgrund von Leberegelbefall. Richtiges Weidenmanagement und die Parasitenbekämpfung mittels Drenchen können die Häufigkeit des Leberegelbefalls und damit auch die der nekrotisierenden Hepatitis reduzieren, jedoch nicht vollständig eliminieren.
    Für bislang ungeimpfte Schafe und Rinder wird eine Grundimmunisierung, gefolgt von einer 12 Monate später verabreichten Auffrischungsimpfung, empfohlen. Die nachfolgenden jährlichen Auffrischungsimpfungen werden am besten ca. einen Monat vor dem Ablammen verabreicht, damit die passive Immunität vom Muttertier auf die Nachkommen übergehen kann. Dadurch sind die Lämmer im ersten, empfänglichen Lebensabschnitt geschützt, bis sie selbst gemäß dem im Betrieb herrschenden Impfprotokoll ihre erste Impfung erhalten können. Bei Herden mit bekanntem Risiko kann diese Boosterung 4 Wochen vor der zu erwartenden Leberegelinfektion gesetzt werden, damit man einen guten Schutz mit Antikörpern gegen die Clostridien erreicht.

  • Die Erkrankung setzt in der Regel so plötzlich ein und betroffene Tiere sterben meist so rasch, dass eine Behandlung selten erfolgreich bzw. sinnvoll ist. Werden bei wertvollen Schafbeständen frühe Symptome entdeckt, sollte sofort der Tierarzt zurate gezogen werden.