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Deutschland

Paratuberkulose

Johnesche Krankheit

Die Paratuberkulose (Johnesche Krankheit) ist eine chronische Darminfektion der Schafe und Ziegen und wird durch Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis verursacht. Sie kann in einzelnen infizierten Beständen signifikante Produktivitätseinbußen erzeugen.

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  • Die Übertragung von M. paratuberculosis erfolgt vorwiegend oral über Kotverunreinigungen. Die Bakterien gelangen durch Epitheldefekte in das Zottengewebe des Darms und werden dort von weißen Blutzellen aufgenommen, in denen sie sich vermehren. Dabei kommt es zur Entzündung und Verdickung der Darmwand, wodurch die Absorption von Energielieferanten und Nährstoffen gestört wird. In der Folge kommt es zu hochgradigem Gewichtsverlust, Abmagerung und eventuell zum Tod der Tiere. Eine Übertragung über die Plazenta und vor allem über die Milch ist bekannt und wahrscheinlich.

  • Diese Krankheit zeichnet sich durch eine lange Inkubationszeit aus. Junge Lämmer und Kitze scheinen für die Infektion besonders empfänglich zu sein, wobei die Übertragung in der Regel von den älteren Tieren auf die neugeborenen und jugendlichen Tiere erfolgt. Dennoch zeigen die meisten Tiere bis zum Alter von etwa zwei Jahren keinerlei klinische Symptome. Während dieser Zeit ist die Infektion nur sehr schwer zu entdecken. Infizierte Tiere scheiden die Bakterien – oft schubweise – während des gesamten Krankheitsverlaufs aus, also auch schon, bevor äußerliche Krankheitszeichen erkennbar sind.
    In einem endemischen Bestand entwickelt nur ein geringer Prozentsatz der Tiere klinische Symptome, die meisten sind in der Lage, die Infektion zu eliminieren oder sie werden zu asymptomatischen Trägern.
    Die klinisch manifeste Paratuberkulose (Johnesche Krankheit) ist gekennzeichnet durch Gewichtsverlust, Abmagerung und Schwäche, die letztlich zum Tod infolge von Mangelernährung führen. Im Gegensatz zu Rindern, bei denen Diarrhö ein typisches Symptom der Paratuberkulose darstellt, ist bei Schafen in nur etwa 10 % aller klinischen Fälle im Endstadium der Erkrankung Durchfall zu beobachten. Sobald Symptome auftreten, nimmt die Paratuberkulose einen fortschreitenden Verlauf, und betroffene Tiere sterben innerhalb von 2–6 Monaten. Die Mortalitätsrate liegt bei etwa 1 %, doch können bis zu 50 % der Tiere einer Herde zwar infiziert, aber scheinbar symptomfrei sein, was sich in Produktionsverlusten bemerkbar macht. Es ist nicht bekannt, bei welchem Prozentsatz der asymptomatischen Träger des Erregers die Krankheit letztendlich ausbricht.
    Die klinischen Fälle der Paratuberkulose werden als „Spitze des Eisbergs” angesehen. Je nach herrschendem Infektionsdruck in der Herde geht man davon aus, dass auf jeden klinischen Fall viele infizierte, asymptomatische Tiere kommen. Aufgrund der langen Inkubationszeit ist es wahrscheinlich, dass die Ansteckung bereits Jahre vor dem ersten Bemerken der Erkrankung erfolgt ist.

    Mit einer Färbung eines Ausstrichs ist man in der Lage bei ca. 50% der erkrankten Tiere Mycobakterien nachzuweisen. Ähnlich hohe Nachweisraten hat man bei der Anzüchtung nur dauert diese bis zu 14 Wochen. Serologische Tests besitzen eine sehr hohe Spezifität allerdings ist die Sensitivität nicht so hoch, sind zur Diagnostik aber bestens geeignet.

  • Routinemäßig durchgeführte Screeningprogramme für die ausgewachsenen Schafe können dazu beitragen, eine Bestandssanierung zu erreichen. Bestände mit bestätigten Krankheitsfällen sollten getestet werden, um die Prävalenz der Infektion zu ermitteln. Positiv getestete Tiere, insbesondere jene, die große Mengen des Erregers ausscheiden oder bei denen das Ergebnis des ELISA-Tests stark positiv war, sollten zur Schlachtung gebracht werden, sobald dies aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll erscheint. Die jährlichen Tests sollten so lange fortgesetzt werden, bis eine geringe Prävalenz (<5 %) im Bestand erreicht ist. Da auch eine intrauterine Infektion möglich ist, umfassen aggressivere Sanierungsprogramme auch die Merzung jener Lämmer, deren Mütter Symptome aufweisen oder erste Anzeichen der Krankheit entwickeln.
    Auch allgemeine Maßnahmen zur Minimierung der fäkalen Kontamination des Betriebs wie z. B. Erhöhen der Futterraufen und Tränken, Bereitstellung von Leitungswasser statt Wasser aus stehenden Gewässern (z. B. aus Teichen) sowie häufiges Umeggen der Weiden zur Verteilung des Kots auf dem Gelände können hilfreich sein.

  • Eine zufriedenstellende Behandlung ist nicht bekannt. Zur Bekämpfung der Paratuberkulose sind hygienische Haltungsbedingungen und Managementpraktiken erforderlich, die darauf abzielen, das Risiko eines Kontaktes junger Tiere mit dem Erreger so weit wie möglich einzuschränken. Dazu gehört es auch zu verhindern, dass man über Kolostrum die Erkrankung aus infizierten Kuhbeständen in eine Schaf- oder Ziegenherde einschleppt.