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Deutschland

Rauschbrand

Clostridium chauvoei

Rauschbrand ist eine weltweit verbreitete, häufig letal endende Erkrankung junger Schafe und Rinder, die von Clostridium chauvoei verursacht wird und durch Gasödeme in den großen Muskelpartien gekennzeichnet ist, die beim Schaf allerdings häufig geringgradiger ausfallen als beim Rind (Glastonbury, 1988). C. chauvoei ist auch im Darmtrakt gesunder Tiere zu finden. Im Boden kann der Erreger über Jahre seine Ansteckungsfähigkeit behalten, obwohl er sich dort nicht aktiv vermehren kann.

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  • Rauschbrand wird durch ein sporenbildendes Bakterium verursacht, das von den Tieren beim Weiden aufgenommen wird und in den Blutstrom gelangt. Der Erreger führt zu Veränderungen in oftmals vorgeschädigter (z.B. durch ein Trauma schlechter durchblutete)  Muskulatur und setzt im Körper giftige Substanzen frei. Scheinbar gesunde Schafe und Rinder können infiziert sein, ohne dass äußerliche Krankheitszeichen zu erkennen sind. Betroffene Tiere können sehr rasch an der Infektion verenden.

  • Die Sporen des Bakteriums können auch längere Zeit im Darmtrakt von Rindern und Schafen vorhanden sein, führen jedoch nicht unmittelbar zu einer Erkrankung. Bei Schafen tritt Rauschbrand häufig nach mechanischen Wunden auf, die infolge von Kastrations-, Kupier-, Schur- oder Geburtsverletzungen etc. entstehen können.
    Sobald der Rauschbrand ausgebrochen ist, kann er innerhalb von 48 Stunden zum Tod führen, sodass die Tiere oft verendet aufgefunden werden, ohne dass Zeit gewesen wäre, zu reagieren. Nach dem Auftreten erster Symptome kommt es zu einer schrittweisen Vergiftungsreaktion im Körper.

    Zu typischen Symptomen zählen:

    1. Lahmheiten
    2. Verminderter Appetit
    3. Hohes Fieber
    4. Schwellungen an Schulter-, Rücken- und Nackenmuskulatur (bei deren Betasten typische Knistergeräusche entstehen)
    5. Bildung von Gasödemen innerhalb der geschwollenen Muskelpartien

    Die betroffenen Muskeln erscheinen dunkelrot bis schwarz verfärbt, trocken und schwammig, und weisen einen süßlichen Geruch sowie Infiltrationen mit kleinen Gasbläschen bei geringer Ödembildung auf. Diese Veränderungen können in jedem Muskel, sogar in Zunge oder Zwerchfell, auftreten. Bei Schafen sind Spontanverletzungen oft klein und tief, sodass sie leicht übersehen werden können.

  • Einer Erkrankung an Rauschbrand kann durch Impfung vorgebeugt werden. Der Impfstoff mit inaktiviertem C. chauvoei und C. septicum ist sowohl für Schafe als auch für Rinder sicher und verlässlich. Bei Ausbrüchen von Rauschbrand sollten alle empfänglichen Rinder geimpft und mit Penicillin behandelt werden, um neuen Erkrankungsfällen, zu denen es noch innerhalb der 10 Tage bis zum Eintreten des vollen Impfschutzes kommen kann, vorzubeugen. Am häufigsten werden polyvalente Clostridien-Impfstoffe eingesetzt, die einen vollen Impfschutz für empfängliche Tiere gewährleisten. Ein geeignete Zeitpunkt der jährlichen Wiederholungsimpfung ist 8 bis 4 Wochen vor dem Lammtermin, damit eine Boosterung die Muttertiere gut schützt und sich Antikörper für die passive Immunisierung der Lämmer bilden können.

  • Im Anfangsstadium des Rauschbrands kann eine Behandlung mit Penicillin oder anderen Antibiotika hilfreich sein. Rinder, die die Erkrankung überstehen, können Muskelschwäche an Gliedmaßen, im Schulterbereich oder anderen Körperregionen zeigen.