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Deutschland

Weißmuskelkrankheit

nutritive Muskeldystrophie, Vitamin-E- und Selen-Mangel

Die Weißmuskelkrankheit (auch nutritive Muskeldystrophie genannt) ist eine Degeneration von Skelett- und Herzmuskulatur des Schafes die durch einen Mangel von Vitamin E und Selenmangel hervorgerufen wird.

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  • Ursache der Weißmuskelkrankheit ist ein Mangel an Selen oder Vitamin E oder beidem und kann vor allem dann zum Problem werden, wenn der Selengehalt des Bodens gering ist. Am häufigsten tritt die Krankheit in jenen Regionen auf, in denen die Lämmer qualitativ hochwertiges Futter erhalten und rasch wachsen. Die akute Erkrankung betrifft in der Regel schnell wachsende Lämmer im Alter von 3–8 Wochen, doch können auch ältere Lämmer erkranken.

  • Die Weißmuskelkrankheit kann bereits bei der Geburt vorliegen (kongenitale Form). Betroffene Lämmer werden entweder tot oder lebensschwach geboren. Die Tiere sind nicht in der Lage aufzustehen oder tun dies mit auffällig steifen Gliedern. Zum Tod kommt es durch Verhungern. Zudem sind betroffene Lämmer besonders anfällig für Durchfallerkrankungen und akute Pneumonie (Störungen des Immunsystems).
    Die Diagnose basiert auf dem klinischen Bild, das durch Steifheit, geschwollene Hintergliedmaßen oder einfach durch Festliegen gekennzeichnet ist. Generell sind die Tiere zunächst noch munter und aufmerksam und auch der Drang zur Futteraufnahme ist noch voll erhalten, doch bereitet der Fressvorgang zunehmend Schwierigkeiten. Häufig kommt es zum Krankheitsausbruch, wenn die Lämmer durch belastende Situationen gestresst sind. Dazu zählen besondere körperliche Anstrengung, das Handling der Tiere im Rahmen von Impfaktionen sowie zum Sortieren, Absetzen oder zur Vorbereitung für den Wechsel in einen anderen Betrieb, und auch das Gejagtwerden durch Hunde oder Kinder.
    Die Erkrankung betrifft die Skelettmuskulatur und verursacht Symptome einer fortschreitenden Lähmung. Betroffene Lämmer zeigen typische Symptome wie gekrümmten Rücken, steifen Gang, Schwierigkeiten beim Aufstehen und (kaudales) Einknicken der Hintergliedmaßen. Aufgrund der erschlafften Schultergürtelmuskulatur ist der Brustkorb zwischen steilgestellten Schulterblättern eingesunken und der Kopf ist gesenkt. Die Vordergliedmaßen können extrem nach außen gespreizt sein. Häufig ist auch die Muskulatur von Herz, Zwerchfell, Zunge und Speiseröhre betroffen. Manche Lämmer sterben plötzlich an Herzversagen, ohne dass vorher klinische Symptome zu sehen waren. Die Erkrankungsanzeichen werden in der Regel durch gesteigerte körperliche Aktivität gefördert. Oft kommt es auch zu einer langsam fortschreitenden Herzinsuffizienz. Dies führt zu mangelnder Durchblutung der Lunge und in der Folge zu langsamem Tod durch Ersticken. Aufgrund der Symptomatik ist eine Verwechslung mit einer Pneumonie möglich.

    Die Diagnose erfolgt auf der Basis der klinischen Symptome.
    Tetanus als Differenzialdiagnose lässt sich anhand des Muskeltonus ausschließen: Während die Lämmer bei Tetanus vollkommen steif werden, ist die Muskulatur der Tiere bei der Weißmuskelkrankheit schlaff. Lämmer mit Labmagenverlagerung verhalten sich ähnlich, zeigen jedoch Schmerzen und sterben in der Regel binnen Stunden. Zudem handelt es sich dabei eher um Einzeltiererkrankungen.
    In der Bestandsdiagnostik ist eine sehr sorgfältige Analyse der Futtermittel zu empfehlen (insbesondere Menge, Zusammensetzung und Qualität der eingesetzten Kraftfuttermittel und Mineralstoffmischungen)
    Bei ausgesuchten Einzeltieren kann man auch die Vitamin E und/oder Selengehalte im Blutplasma oder -serum bestimmen.

  • Je nach definitiver Diagnose ist das Präventionsprogramm entsprechend zu gestalten. Die Bestimmung der Blut- und Gewebekonzentrationen von Selen und Vitamin E ist notwendig, um die richtigen Mengen der beiden Stoffe für die Supplementierung festlegen zu können. Auch die Futterrationen der Tiere sind zu untersuchen, um zu überprüfen, ob diese ausreichende Mengen an den beiden Mikronährstoffen enthalten.
    Der Weißmuskelkrankheit kann wirksam durch Injektionen von Selen und Vitamin E vorgebeugt werden. In Regionen, wo die Krankheit ein jährlich wiederkehrendes Problem darstellt, werden die besten Resultate dadurch erzielt, dass man den Auen 1–4 Wochen vor dem Ablammtermin eine Seleninjektion verabreicht oder dass man zur Düngung der Weidenböden einen Dünger mit Selenzusatz verwendet.

  • Da die Weißmuskelkrankheit durch einen Mangel an Selen, Vitamin E oder beidem verursacht wird, besteht die Therapie in der Supplementierung der beiden Mikronährstoffe. Die beiden Substanzen wirken im Organismus zusammen und werden auch bei der Behandlung gemeinsam eingesetzt. In Regionen mit selenarmen Böden kommt der Selensupplementierung größere Bedeutung zu, während bei Patienten in Gebieten mit Böden und Futter, die ausreichend Selen enthalten, die Zufuhr an Vitamin E wichtiger ist.