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Deutschland

Streptokokkeninfektionen

Streptokokken gehören bei allen Tieren wie auch beim Menschen zu den am häufigsten vorkommenden Mikroorganismen. Sie sind in weitem Maße, aber nicht gänzlich speziesspezifisch. Die wichtigste Kokkenspezies, Streptococcus suis, ist in Schweinebeständen weit verbreitet.

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  • Die Inkubationszeit beträgt 1-14 Tage. Der Krankheitsverlauf hängt von der Virulenz des Stammes ab.

    a) Septikämie (Blutvergiftung).
    Streptococcus suis streut hämatogen (über das Blut) und verursacht entweder Meningitis (Hirnhautentzündung), Polyserositis (Entzündung der serösen Häute), Arthritis (Gelenksentzündung) oder Pneumonie (Lungenentzündung).

    b) Enzootische Streptokokkenmeningitis.
    Erste Anzeichen sind Inappetenz (Futterverweigerung) und Fieber bis 41°C, es folgen nach kurzer Zeit Ataxien (unkoordinierte Bewegungen), tonisch-klonische Krämpfe bis zur völligen Paralyse (Lähmung) und opisthotone Kopfhaltung („Sternguckerhaltung“). Im Endstadium liegen die Schweine in Seitenlage, zeigen Ruderbewegungen der Vorder- und Hintergliedmaßen und einen Nystagmus (Augenzittern). Todesfälle binnen weniger Stunden sind möglich.

    c) Polyserositis (Entzündung der serösen Häute).
    Betroffene Tiere zeigen ein raues Haarkleid, Inappetenz und Kümmern. Oft sind die großen Gelenke zusätzlich deutlich umfangsvermehrt i.S. einer Arthritis (Poly- oder Monoarthritis).

    d) Arthritis (Gelenkentzündung).
    Es können ein oder mehrere Gelenke betroffen sein. Zunächst entsteht eine Periarthritis (Entzündung des gelenkumgebenden Gewebes) mit Synovialitis (Entzündung der Gelenkinnenauskleidung) und anschließenden Knorpelabnutzungsschäden. Klinische Symptome sind eine mittel- bis hochgradige Lahmheit mit druckempfindlichen, umfangsvermehrten Gelenken. Das Allgemeinbefinden der Tiere ist gestört.

  • Die Diagnose erfolgt mittels klinischem Bild, pathologisch-anatomischer und pathohistologischer Untersuchung bei der Sektion. Grundsätzlich sind nur unbehandelte, frisch erkrankte Tiere zur Sektion zu bringen. Der Erreger kann aus dem Liquor cerebrospinalis (Hirn-/ Rückenmark- Flüssigkeit), der Synovia (Gelenkflüssigkeit) und den infizierten großen Körperhöhlen nachgewiesen werden.

  • Die Behandlung muss so bald wie möglich nach Diagnosestellung beginnen. Ihr Tierarzt berät Sie, welche Therapie für Ihre Herde am besten geeignet ist. Erforderlich ist grundsätzlich eine Therapie mit Antiinfektiva, wobei Langzeitantibiotika den Vorteil haben, dass weniger Injektionen am Tier nötig sind.

    Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die erforderliche Dosis verabreicht wird.
    Desweiteren sollten betroffene Tiere sofort aus der Gruppe entfernt und in einem separaten Krankenstall untergebracht werden.

    • Ist Ihre Herde S. suis-frei, tun Sie alles, um diesen Zustand aufrechtzuerhalten
    • Überprüfen Sie die Remontierungsquellen, bevor Sie Tiere zukaufen
    • Kaufen Sie nie Schweine aus Beständen mit klinischer Meningitis

    Ist die Infektion in Ihrer Herde endemisch, können unter anderem folgende Faktoren die Erkrankungshäufigkeit steigern:

    • Hohe Besatzdichte in Flatdecks
    • Kontinuierliche Stallbelegung
    • Aktivierung von bereits in der Herde vorhandenem S. suis durch Virusinfektionen wie z.B. PRRS
    • Hohe Belegdichte, schlechte Belüftung, hohe Luftfeuchtigkeit etc.
  • Der Erreger wird mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht, einschließlich Meningitis (Gehirnhautentzündung), Septikämie (Blutvergiftung), Polyserositis (Entzündung der Auskleidung von u. a. Bauch- und Brusthöhle), Mono- oder Polyarthritis (Entzündung eines oder mehrerer Gelenke), Endokarditis (Entzündung der innersten Herzwandschicht) und Bronchopneumonien (Entzündung des Lungengewebes und der Luftwege/Bronchien). Auch in Fällen von Rhinitis purulenta (eitrige Entzündung der Nasenschleimhäute und angrenzenden Gewebe) und Aborten ist S. suis isoliert worden. Infektionsmuster und Ausprägung der verschiedenen Syndrome variieren je nach Virulenz der in den einzelnen Ländern vorherrschenden Stämme.

    Von Streptococcus suis sind derzeit 35 Serotypen bekannt. Typ 2 verursacht gelegentlich auch beim Menschen eine Septikämie und eine Meningitis, vor allem in Bevölkerungsgruppen mit intensivem direkten Kontakt zu Schweinen oder Schweinefleisch (Zoonose).
    Typ 1 verursacht bei Saugferkeln im Alter von ein bis zwei Wochen (manchmal bis sechs Wochen) sporadische Arthritiden oder Meningitiden.

    Einschleppung und Übertragung des Infektionserregers

    Die Übertragung von S. suis erfolgt überwiegend oronasal (über Nasen- und Maulöffnung) von Tier zu Tier durch direkten Kontakt oder über Hautwunden. Möglich ist auch eine indirekte Übertragung in der Herde über eine Aerosol-Infektion. Klinisch gesunde Schweine können den Erreger viele Monate lang in ihren Tonsillen beherbergen.
    Saugferkel stecken sich bei latent infizierten Sauen (Trägertiere) an.
    Die Hauptinfektionsquelle sind zugekaufte Ferkel, Eber oder Jungsauen. Außerhalb des Wirts (Schwein) kann das Bakterium bei sehr tiefen Temperaturen (um den Gefrierpunkt) bis zu 15 Wochen lang überleben, während es bei normaler Zimmertemperatur innerhalb von ein bis zwei Wochen abstirbt. Auch in verwesenden Kadavern ist das Überleben möglich.

    Sauen geben die Antikörper mit dem Kolostrum an die Saugferkel weiter, sodass eine Erkrankung in dieser Tiergruppe unüblich ist, es sei denn, es handelt sich um eine Neueinschleppung in die Herde oder um die Einschleppung eines neuen Serovars über den Zukauf latent infizierter Tiere. Häufiger sind Erkrankungen der Ferkel durch S. suis im Zeitraum unmittelbar nach dem Absetzen, d.h. ab etwa 2-3 Wochen nach dem Absetzen bis zum Alter von ca. 16 Wochen. Während des Aufenthalts in Flatdecks bzw. Ferkelaufzuchtställen können eine Vielzahl der Ferkel binnen drei Wochen zu Trägern des Erregers werden. Prädisponierende Faktoren sind z.B. Umstallen, Kastration und Rangordnungskämpfe. Es erkranken bevorzugt Einzeltiere.