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Deutschland

Bovine Virusdiarrhoe, Mucosal disease (BVD/MD)

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Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD/MD) ist eine viral bedingte Infektionskrankheit der Rinder. Sie kann verschiedene Verlaufsformen aufweisen, von subklinischen Formen bis zu akuten Erkrankungen mit Fehlgeburten, Fertilitätsstörungen, Immunsuppressionen und im schlimmsten Fall, der Entwicklung der tödlichen Mucosal Disease (MD).

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  • Das BVD-Virus (BVDV) ist ein Virus aus der Familie der Flaviviridae, die auch für die klassische Schweinepest und die Border Disease der Schafe verantwortlich sind.

    Das Virus liegt in zahlreichen Stämmen vor, die grob in zwei Gruppen, nämlich Genotyp I und Genotyp II, eingeteilt werden können. Beide können eine akute Erkrankung unterschiedlichen Schweregrades auslösen.

    Pestiviren sind in der Lage, während der Trächtigkeit die Plazentaschranke zu überwinden und somit eine persistente Infektion des Foetus zu verursachen, die oft unbemerkt bleibt.

    Aufgrund der Auswirkung des Virus auf Gewebekulturen unterscheidet man zwei BVDV-Biotypen, nämlich das zytopathogene (cp) und das nicht-zytopathogene (ncp) Virus. Eine Mutation der Stämme von ncp-Biotyp zum cp-Biotyp ist möglich. Das BVDV weist einen hohen Grad an genetischer Variabilität auf, und eine Rekombination zwischen den Stämmen kann vorkommen.

  • Die Infektion kann mit allgemeinen Symptomen (Fieber, Anorexie, Leistungsdepression) einhergehen und auch das Immunsystem, die Atemwege sowie den Reproduktions- und Darmtrakt in Mitleidenschaft ziehen.

    • Geschwürbildung im Maul und im Verdauungstrakt sowie blutiger Durchfall, wobei Durchfälle aber eher selten sind
    • Verminderte Reproduktionsleistung
    • Immunsuppression führt beim Kalb zu Atemwegs- und Darmerkrankungen
    • Das BVD-Virus kann die Plazentaschranke überwinden und den Fetus infizieren; es kommt zu embryonalem Tod, Fehlgeburten und Totgeburten. Durch die Fähigkeit des Virus, die Plazentaschranke zu überschreiten, werden persistent infizierte Kälber (PI-Kälber) geboren, die später eine Mucosal Disease entwickeln können.

  • Die Diagnose erfolgt aufgrund der klinischen Symptome und der Epidemiologie. Bei klinischem Verdacht muss die Diagnose durch eine Laboruntersuchung bestätigt werden.

  • Die symptomatische Therapie ist oft enttäuschend.

  • Die wichtigsten Komponenten der Programme zur Reduzierung bzw. Ausmerzung von BVD sind Impfungen, Screening-Tests und Biosicherheit. Primäres Ziel der BVDV-Impfung von Zuchttieren ist es zu vermeiden, dass persistent infizierte Kälber geboren werden, da diese vom epidemiologischen Standpunkt aus eine Gefahr für die anderen Tiere des Bestands darstellen.

    Da das BVD-Virus auch am Komplex der Atemwegserkrankungen beteiligt ist, können Impfstoffe gegen EBP auch eine BVD-Valenz enthalten.

  • Die Bovine Virusdiarrhoe ist weltweit verbreitet und verursacht wirtschaftliche Verluste, die häufig unterschätzt werden, da der Zusammenhang mit der BVDV-Infektion nicht immer klar erkennbar ist.

    Persistent infizierte Tiere stellen generell eine Quelle wirtschaftlicher Verluste dar. Sie können ihr genetisches Potenzial nicht ausschöpfen und weisen oft geringere Gewichtszunahmen sowie erhöhte Krankheitsanfälligkeit und verminderte Fertilität auf. Sie scheiden das Virus aus und verursachen dadurch bei nicht immunisierten Tieren des Bestands Reproduktionsverluste und Erkrankungen infolge der Immunsuppression.

    BVDV-Infektionen sind für Verluste aufgrund verminderter Fruchtbarkeitsleistung verantwortlich, da sie mit einem erhöhten Risiko für embryonalen und fetalen Tod sowie geringeren Konzeptions- und Trächtigkeitsraten einhergehen.

  • 1) Es gibt einige Tierseuchen in Deutschland, die anzeigepflichtig sind. Das beinhaltet Krankheiten oder Infektionen mit Krankheitserregern, die bei Tieren auftreten und auf andere Tiere oder auch den Menschen übertragen werden können. Die Behörde ist unverzüglich in Kenntnis zu setzen, hier reicht der Verdacht alleine aus. Die Diagnose wird vom Amtstierarzt gestellt und weitere Maßnahmen werden angeordnet. Eine Übersicht der anzeigepflichtigen Tierseuchen ist in der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen hinterlegt.